Landeslehrgang „Realistische Selbstverteidigung“ ein voller Erfolg!
Ursprünglich war geplant, den Ende April in Erfurt stattgefundenen Landeslehrgang „Realistische Selbstverteidigung“ mit nur einem Referenten durchzuführen: So hatte sich Silvio Birkenwald, 7. Dan Ju-Jutsu, VP Breitensport im TJJV, auf volle vier Stunden Programm vorbereitet. Das Interesse mit mehr als 35 Personen war allerdings so groß, dass die Hallenkapazität an ihre Grenze kam. Glücklicherweise konnte kurzfristig mit Dr. Michael Pechan, 4. Dan Ju-Jutsu, Lehr- und Prüfungsreferent des TJJV, ein zweiter Referent gefunden werden. Dies ermöglichte eine Aufteilung der Gruppe. Nach einer von Silvio angeleiteten kurzen, aber „knackigen“ Erwärmung mit hohem koordinativem Anteil, an der alle Teilnehmer gemeinsam teilgenommen haben, wurde die Gruppe getrennt: Für die erste Lehrgangshälfte verblieb ein Teil in der Halle bei Silvio, während der andere Teil bei schönem Frühlingswetter auf dem Parkplatz vor der Halle mit Micha trainierte – nach etwa 2 Stunden und einer kurzen Erholungspause tauschten die Gruppen, so dass jeder einmal „indoor“ und einmal „outdoor“ trainieren konnte.
Silvio demonstrierte eine Reihe von besonders effektiven Techniken und wies hierbei auf viele wichtige Kleinigkeiten hin, um stets die Kontrolle über die SV-Situation zu haben. Micha stellte sein „straßentaugliches“ Konzept für eine einfache und zugleich kompromisslose Verteidigung mit dem Kubotan und vergleichbaren Alltagsgegenständen (Kugelschreiber, Smartphone, Schraubenschlüssel usw.) vor.
Für die Teilnehmer war es wichtig, sich klarzumachen, dass eine echte SV-Situation hohen Stress bedeutet und dass sich die eigene Verteidigung darauf einstellen muss, z. B. mit einfachen und eher „grobmotorischen“ Techniken. Auch die eigene mentale Einstellung, der unabdingbare Wille, die Notsituation zu überstehen und hierfür notfalls den Angreifer hart zu treffen, ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche realistische SV. Nicht unerwähnt blieb, dass jeder vermiedene Kampf am besten ist und daher Aufmerksamkeit, Flucht und Deeskalation jeder körperlichen Auseinandersetzung vorzuziehen sind, soweit dies möglich ist.
Die rundum begeisterten Teilnehmer konnten viele wichtige und interessante Impulse mitnehmen: Das „saubere“ und regelmäßige Techniktraining auf der Matte im Verein bleibt als Grundlage (selbstverständlich) unabdingbar. Die Referenten konnten jedoch den Blick für eine hoffentlich nie erforderliche praktische Anwendung „auf der Straße“ eindrucksvoll schärfen.
Danke an Silvio und Micha für einen super spannenden und kurzweiligen Lehrgang sowie dem Erfurter Kampfsportzentrum e. V. (EKC) als Ausrichter für sein Dojo und die Trainingsmöglichkeit auf dem Parkplatz vor der Halle.

